LZ-Blutdruck
Bei der Langzeitblutdruckmessung wird eine Oberarmblutdruckmanschette angelegt, die durch ein am Gürtel befestigtes Gerät in bestimmten Intervallen aufgepumpt wird – tagsüber häufiger, nachts seltener. Dabei werden die oberen (= systolischen) und die unteren (= diastolischen) Blutdruckwerte, die Pulswerte und die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck erfasst und abgespeichert. In der Regel werden dabei zwischen 60 bis 70 Messungen vorgenommen. Im Vergleich zu der Einzelmessung kann dadurch eine bessere Aussagekraft erzielt werden.
 
Wann setzen wir diese Untersuchungsmethode ein?
  • zur Diagnosestellung einer arteriellen Hypertonie
  • zur Erfolgskontrolle einer eingeleiteten Behandlung
  • bei unterschiedlichen Ergebnissen zwischen ihrer häuslichem Messung und der Blutdruckmessung in der Praxis („Weißkittelphänomen“)
  • bei unklaren Bewusstseinsverlusten – gerade bei Älteren

Aus dem Blutdruckprofil können wertvolle Hinweise für das Vorliegen einer nächtlichen Atemstörung gewonnen werden.

LZ-EKG
Bei der Langzeit-EKG-Untersuchung wird ein kontinuierliches EKG abgeleitet.  Dazu werden Klebeelektroden am Brustkorb befestigt und mittels Elektrodenleitungen mit dem Speichergerät verbunden. So können alle Herzaktionen erfasst werden. Die Auswertung erfolgt computergestützt. Das Langzeit-EKG ist die Basismethode zur Erfassung von langsamen oder schnellen Herzrhythmusstörungen. Es kommt zum Einsatz, wenn der Verdacht auf für Sie relevante, behandlungsbedürftige Rhythmusstörungen besteht, zur Abklärung von unklaren Bewusstseinsverlusten (Synkopen) oder zur Überwachung bestimmter Medikamente.
 
Event-Recorder

Wenn Herzrhythmusstörungen nur sehr selten, in langen Intervallen auftreten, bleibt die klassische Langzeit-EKG-Ableitung über 24 Stunden oft ohne Ergebnis.  Dann werden sogenannte Ereignisrecorder (Event-Recorder) eingesetzt. Wir unterscheiden tragbare und implantierbare Event-Recorder. Die tragbaren Geräte verfügen über leistungsstarke Batterien, die den Einsatz bis über drei Wochen ermöglichen. Bei den Event-Recordern aktiviert der Patient beim Auftreten der Rhythmusstörung das Gerät und löst dadurch eine EKG-Aufzeichnung aus.

Treten Herzrhythmusstörungen noch seltener auf, kann die Implantation eines Event-Recorders unter die Haut im Bereich des Brustmuskels erwogen werden. Das Gerät ist etwa daumengroß.  Die Batterien der  implantierbaren Event-Recorder sind ca. zwei bis drei Jahre haltbar. Die Aufzeichnung erfolgt durch Aktivierung vom Patienten oder automatisch anhand vorher festgelegter Kriterien. Die Implantation erfordert einen kurzen stationären Aufenthalt. Das Abfragen der Geräte erfolgt über Schrittmacherkontrollgeräte schmerzfrei in unserer Praxis.

Beide Untersuchungen erfolgen in Kooperation mit dem Klinikum Kassel.